Maker-Metropole Nürnberg

Zum zweiten Mal lud das Thalia-Buchhaus CAMPE zur Mini Maker Faire ein. Letzten Samstag brachten Maker, Hacker, Künstler und Kreative die Besucher zum Staunen. Wie viel es in Nürnberger Maker-Szene zu entdecken gibt, lest ihr hier.

Die zweite Mini Maker Faire Nürnberg eröffnet das neue Maker-Jahr mit viel Elan und spannenden Projekten. Das Thalia-Buchhaus CAMPE in der Nürnberger Innenstadt bietet eine beeindruckende Bühne, um die Maker in Szene zu setzen. Vor jedem Treppenauf- und -abgang fangen kreative Dekorationen die Blicke, zum Beispiel ein lebensgroßer Plüsch-Eisbär auf einer Insel aus Kinderbüchern. Der Ideenreichtum der Maker steht dem der Buchhändlerinnen in nichts nach, so dass die Besucher an jeder Ecke neue Inspirationen und Innovationen entdecken.

Und wir freuen uns über die vielen neuen und altbekannten Gesichter. Das waren die Highlights aus Nürnberg:

Frithjof Maschke, ein alter Hase der „großen“ und der „Mini“ Maker Faires, präsentiert die LED-Uhren von Build Yours. Ob fertig zusammengebaut oder als Bausätze für Hobby-Tüftler, die leuchtenden Wortuhren oder Wanduhren zum Selbstgestalten sind ein echter Hingucker.

Zum ersten Mal präsentieren wir auch die MakerBoxen von ekz. In den Boxen verbirgt sich ein ganzer Makerspace für Einsteiger. Bausätze für Robotik, Mechanik, Elektronik, 3D-Druck oder zum Basteln sind zusammen mit Anleitungen einsteigerfreundlich aufbereitet, so dass man ohne große Investition, Zeit oder Kompetenz einen kleinen Makerspace aufbauen kann.

Ein sehr großer Makerspace machte den Anfang und das Ende der Mini Maker Faire: das Fab Lab Region Nürnberg. Schon am Eingang begrüßten die Bastler Besucher mit Objekten aus dem 3D-Drucker. In der obersten Etage warteten noch mehr Projekte aus dem Lasercutter, 3D-Drucker und dem Hackerspace. Die Profis gaben außerdem Lötworkshops und Vorträge zum Thema Makerspaces.

Für die Stärkung zwischendurch sorgte der „Zahnerer“ (hochdt.: „Zahntechniker“) Lorenz Hoffmann-Kuhnt, der seinen Beruf zum Hobby gemacht hat. Die CNC-Fräse, mit der er normalerweise genau angepasste Kronen und Brücken anfertigt, nutzt er nämlich auch, um selbst entworfenen Schmuck herzustellen. Mit dabei hatte er seine Blumenwand mit Vasen aus Reagenzgläsern, Silikonformen für Schokolade, einen selbst gebauten Smartie-Automaten und den Pancakebot, mit dem er leckere Pancakes in Schneeflocken- oder Smileyform machte.

Den umgekehrten Weg – vom Tüftler zum Gesundheitsberuf – machte Martin Aufmuth zusammen mit seinem Mitstreitern von One Dollar Glasses. Inspiriert von billigen Lesebrillen in Deutschland, entwarf der Lehrer eine Brille aus Federdraht und Kunststofflinsen, zusammen mit einer Maschine, mit der man die Brille biegen und jeder Gesichtsform anpassen kann. Der Verein vertreibt die Maschinen, Sehtests und Materialien in arme und/oder ländliche Gegenden, wo Einheimische zu Optikern ausgebildet werden um die Brillen erschwinglich und nachhaltig an sehschwache Schulkinder oder Arbeiter zu verkaufen.

Ein weiterer großer Verein in Nürnberg schickte gleich 2 Abordnungen: das Kunstkulturquartier, kurz K4.

Die K4 Portraitzeichengruppe bot den Besuchern eine Sitzgelegenheit an. Nicht ganz uneigennützig, denn die Künstler zeichneten oder malten die Modelle ab. Die Hobby-Künstler bringen alle ihren ganz eigenen Stil mit, so dass man sich im Verein gern hilft, Techniken austauscht und Neues probiert.

Der Youtuber Alex Cio vertrat die K4 Pixelwerkstatt, an deren Stand die Programmiersprache SCRATCH ausporbiert werden konnte. Der Online-Aktivist inspiriert Menschen, kreativ und spielerisch mit Social Media umzugehen. Dazu benutzt er die verschiedensten Werkzeuge, zum Beispiel Programmiersprachen, Fotografie, Videos und Häkelprojekte.

Als Geschichtenerzähler war der Hüter des Lichts zu Gast. Die Figur wurde von Stefan Krüger entwickelt, der schon im letzten Jahr die LED-Sonne in die Buchhandlung holte. Mit leuchtendem Zauberstab wandert der Hüter des Lichts durch die Buchhandlung und erzählt den Besuchern Geschichten, die er auf seinen Reisen gesammelt hat. Zum Beispiel von dem leuchtenden Amulett aus LED-Leuchten und Acrylglas mit einer selbst erstellten Gravur des Lebensbaums.

Die Fertigungsmethoden aus den FabLabs sind aber auch für die klassische Kunst interessant. Zwei Künstlerinnen zeigten ihre Werke, die mit Hilfe von 3D-Druckern und Fräsen entstanden sind.

Karla Köhler gehört zu den Maker-Veteranen der ersten Mini Maker Faire Nürnberg. Sie ist fasziniert von minimalistischen Städte-Silhouetten, die sie in Ihren Ausstellungen auf riesigen Leinwänden präsentiert. Für die MINI Maker Faire hatte sie die kleinen Pendants zu den großen Kunstwerken mitgebracht: Holztäfelchen und Leinwänder in Streichholzschachteln aufbewahrt werden können. Die winzigen Kunstwerke sind mit Ölfarben bemalt und mit fein ausgedruckten Plastikstreifchen beklebt oder im Lasercutter graviert worden.

Angela von Randow bringt hingegen Objekte aus eingfärbten Acrylglas mit. Sie erstellt eigene Skulpturen aus dem bunten, durchsichtigen Material, das sie in einzelnen oder zusammengeklebten Schichten verarbeitet. Auf der Mini Maker Faire stellt sie Flügel aus, die der Zeichnung von Albrecht Dürer nachempfunden sind.

Danke an die Buchhändlerinnen für die Gastfreundschaft und Organisation und allen Makern, Künstlern, Bastlern, Hackern, Tüftlern, Stars und Erfindern tausend Dank für euren Elan, eure Kreativität und eure Leidenschaft!

Zur nächsten Mini Maker Faire in Göttingen laden wir euch herzlich ein! Egal, ob ihr uns einfach nur besuchen oder als Maker teilnehmen wollt, wir freuen uns auf euch!