Inspiration im All: Die Arecibo-Botschaft

Nur noch 24.954 Jahre bis zum Herkuleshaufen! Zum 44. Jahrestag der Sendung der Arecibo-Botschaft zeigt uns Google Ausschnitte aus unserer ersten Nachricht an Außerirdische. Die Botschaft ergibt auf Binär übersetzt ein Bild, das die ideale Vorlage für Pixel-Art oder Strickmuster ist.

Vom Test zur Nachricht

Als die Botschaft 1974 vom Arecibo-Observatorium in Puerto Rico zum Sternbild Herkules geschickt wurde, sollte eigentlich nur die technische Ausstattung eines der größten Radioteleskope der Welt getestet werden. Bei der hohen Reichweite besteht aber eine kleine Chance, dass die Botschaft von außerirdischen Lebewesen gehört wird. Warum also nicht in den Weltraum winken?

Das Radioteleskop des Arecibo-Observatoriums ist stationär, also war man bei der Zielauswahl eingeschränkt. Man entschied sich für den Sternenhaufen Messier 13 im Sternbild Herkules: Viele Sterne bedeuten viele Sonnensysteme bedeutet höhere Chance auf intelligentes Leben.

Der gemeinsame Nenner

Leider ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Aliens von uns nur durch die Ohren- oder Stirmform von uns unterscheiden (Hallo, Mr. Spock!) ziemlich gering. Deswegen muss die Botschaft auch dann verstanden werden können, wenn die Empfänger die Welt mit anderen Sinnen als wir wahrnehmen. Sogar das Dezimalsystem ist in unserer eigenen Geschichte keine Selbstverständlichkeit. Für die Babylonier waren zum Beispiel 6 und 12 die Basis ihres Zahlensystems.

Ein Team von Naturwissenschaftlern verschiedenster Disziplinen – Astronomen, Physiker, Ingenieure – tat sich zusammen um die Botschaft zu entwerfen. Frank Drake, Richard Isaacman, Linda May und James C.G. Walker waren die Hauptautoren, aber unter anderen half auch Carl Sagan mit. Zu diesem Zeitpunkt würde Voyager 1 erst in 3 Jahren mit der Goldenen Schallplatte starten. Die Arecibo-Botschaft war der erste Gruß, der speziell für außerirdisches Leben entworfen wurde. Man einigte sich darauf, Menschen anhand ihrer chemischen Bausteine zu beschreiben.

Das Binärsystem eignet sich gut dazu. Das Prinzip „Signal/kein Signal“ sollte jede Spezies verstehen, die in der Lage ist, interstellare Radiosignale zu empfangen und als solche zu erkennen.

Rechenkünstler

Warum ist das für euch als Maker so interessant? Weil binäre Texte sich wunderbar als Inspirationsquelle für viele Projekte eignen! Binärtexte in Kunststücke umzuwandeln funktioniert besonders gut zum Beispiel für Pixel-Art und LED-Kunst oder für Stick- und Strickmuster.

Die Arecibo-Botschaft zum Beispiel ergibt ein Rechteck mit den verpixelten Darstellungen eines Menschen „mit Zubehör“ (Genom, Sonnensystem, Radioteleskop). Daraus lässt sich mit etwas Kreativität ein Lesezeichen, ein Schal oder eine Decke basteln.

Unten seht ihr eine kleine Auswahl von kreativen Makern, die das Prinzip für verschiedene Dinge einsetzen. Im nächsten Beitrag erklären wir euch dann, wie sich die Arecibo-Botschaft zusammensetzt und wie ihr sie als Inspiration für eure eigenen Projekte nutzen könnt.