Biohacking für die Umwelt

Am Dienstag war Weltumwelttag und passend dazu stellen wir euch ein Projekt vor, das elektrischen Strom aus Pflanzen gewinnt.

Warum Strom aus Pflanzen, wenn Solarzellen immer effizenter werden? Ganz einfach: eine Solarzelle im Betrieb ist gut für die Umwelt. Eine Pflanze bringt aber noch weitere Vorteile mit. Sie wachsen überall, regenerieren sich selbst, sehen hübsch aus, und sind im Gegensatz zu Solarzellen kompostierbar. Das Beste ist, dass sie sogar dann Strom produzieren, wenn die Sonne nur wenig scheint. Der Strom kommt nämlich nicht von der Pflanze selbst, sondern von Bakterien. Die zersetzen chemische Stoffe, mit denen die Pflanze den Boden um die Wurzeln herum anreichert.

Dabei sollte die Pflanze effizient arbeiten, wenig Platz einnehmen und am Besten unkaputtbar sein. Bestimmt kennt ihr den idealen Kandidaten schon. Diese Pflanze braucht keinen Boden, keine Sonne und nur den Platz zwischen zwei Pflastersteinen: Moos!

Um den Stromkreis aufzubauen wird die Bio-Solarzelle in Schichten aufgebaut: Zunächst die Kathode, dann ein Nährboden für Bakterien und Pflanzen – zum Beispiel Aktivkohle oder Hydrogel –, danach die Anode und zum Schluss eine Schicht Moos. Um die Elektrizität aus dem Boden möglichst effizient zu sammeln, sollten Anode und Kathode in Form eines Netzes ausgelegt werden.

Dazu kann man, wie zum Beispiel die Maker von Eigen Tuin In Huis, Netze aus Edelstahl und Kupferdraht verwenden. Elena Mitrofanova, die ihre Moos-Solarzelle ganz auf Effizienz ausgelegt hat, benutzt ein Gemisch aus leitenden Kohlenstoffasern und saugfähigen Polymeren als Anodenkomposit und ein Gitternetz als Kathode. Der gewonnene Strom wird über Kabel nach draußen geleitet. Das Team von Moss FM betreibt damit zum Beispiel ein selbstgebautes Radio.

Die Biovoltaik-Anlage der Uni Cambridge.

Dieses Projekt könnt ihr ganz einfach zuhause ausprobieren. Oder bringt es in euren Makerspace vor Ort! Dort findet ihr Menschen, die regelmäßig Stromkreise aufbauen, Technik im Garten anwenden, schöne Gehäuse designen und Geräte wie Fräsen oder 3D-Drucker bedienenen.

Was war euer grünes Projekt zum Weltumwelttag? Kommentiert, schickt uns Bilder oder präsentiert es auf der nächsten Mini Maker Faire!