Am 1. April war es soweit – der Auftakt der Mini Maker Faire für 2017 bei Wittwer am Stuttgarter Schlossplatz. Passend dazu und das ist kein Aprilscherz: Am selben Tag war auch der Geburtstag von Arduino.
Schon vor der Buchhandlung wurde deutlich, dass das Thema Maker in der badenwürttembergischen Hauptstadt genau richtig ist.

Mitten auf dem Schlossplatz wurden Blumenkränze gebastelt, Kinder rutschten in einem Kasten von einer selbstgebastelten Rutsche und ein Junge sorgte für musikalische Unterhaltung, indem er zusammengeklebte und arrangierte Abflussrohre als Schlagzeug und Schuhsohlen als umfunktionierte Schlagstöcke benutzte.

Rainer Bartle, einer der Geschäftsführer von Wittwer lobte: „Der Brückenschlag zwischen dem Buchhaus Wittwer und den Makern der Region ist uns gelungen und die Mini Maker Faire ist ein erfolgreiches Instrument, um neue Kundengruppen für den Erlebnisraum Buchhandlung und die konkreten Projekte der einzelnen Aussteller zu begeistern.“

Obwohl es ein wunderschöner sonniger Samstag war, haben die Aussteller und die nicht-kommerziellen Maker viele Interessierte in den vierten Stock der Wittwer Filiale gelockt. Die Besucher mussten nur der ausgelegten Spur der Wittwer Mini Maker Faire Logos folgen, die auf dem Boden aufgeklebt war.

Hier gab es viele passende Büchertische und Regale voller Makertitel, sodass die zum Selbermachen inspirierten Besucher sofort den für die nächsten Projekte nötigen Lesestoff zu den Themen Robotor, Elektronik, Digitales, Programmieren, Minecraft u. a. besorgen konnten.

Für diejenigen, die nicht erst zu Hause mit dem Basteln anfangen wollten, gibt es bei den Mini Maker Faires zum Glück genug auszuprobieren. Kosmos beispielsweise hatte gleich zwei Experimentierkästen dabei, die vor Ort ausprobiert werden konnten. Vor den Tischen von Kosmos standen immer Kinder und Erwachsene, die sich die ihr Talent bei der Stromerzeugung beweisen konnten.

Mit dem easy electonic können sich die Besucher – ob klein oder groß – die Funktionsweise von Stromkreisen mithilfe von Batterien, Schaltern und Lämpchen erschließen. Somit können im nächsten Schritt Alarmanlagen, Mittelwellenradios, Sound-Schaltkreise für Musik und Lautsprecher, Wasser- und Feuchtemelder und andere Dinge gebaut werden – insgesamt etwa 100 Experimente.

Wichtig ist, dass die Kosmos Experimentierkästen keine Vorkenntnisse brauchen. Auch Wind energie, das Lernpaket ab 10 Jahren, kann von Jung und Alt getestet werden. Hierbei lernen Interessierte, wie man Wind zur Energiegewinnung optimal nutzt, indem sie ein etwa 90 cm hohes Windrad selber bauen. Sobald der Wind weht, wird Strom erzeugt, der einen Akku lädt. Die Windturbine kann zu bis zu 5 anderen Modellen umgebaut werden, wie beispielsweise einem Auto, das mit dem geladenen Akku fährt.

Conrad fiel mit einer großen, mitgebrachten blauen Werkstatt auf. Der Händler engagiert sich besonders in der Maker-Szene und verfolgt mit der Tekkie Werkstatt den Slogan: „Gemeinsam bastelt man weniger allein!“ Um diesem Bastelwunsch entgegenzukommen, hat Conrad viele Werkzeuge mitgebracht, mit denen man schrauben, kleben, 3D Drucken, und andere Ideen umsetzen kann.

Mit dabei waren auch mehrere 3D Drucker, denen man live beim schichtweisen Drucken von Vasen, Würfeln und anderen Modellen zuschauen konnte. Auch eine Virtual Reality Brille hatte Conrad dabei, die Interessierte in eine andere Welt mitnahm, und so beispielsweise in die Perspektive eines Fisches in einem Aquarium blicken ließ.

Für diejenigen, die sich bisher noch nicht so gut in der Maker-Welt auskennen und auch für „alteingesessene Maker“ sorgt die Zeitschrift Make als fester Bestandteil der Maker-Szene für die notwendigen Informationen. Sie bietet eine große Sammlung von Ideen und einen breiten Einblick in die Szene. Ebenso erfährt man da etwas über die Macher der Szene und über die praktischen Werkzeuge. Auch Anleitungen und Bauberichte zum Nachbasteln, die auch im Unterricht umgesetzt werden können, sind hier zu finden. Interessierte können direkt vor Ort ein Probe-Abo abschließen und in die Makerwelt eintauchen.

Die Makerwelt lebt von nicht-kommerziellen Machern, die aus Spaß und Freude ihre Projekte auf eigene Faust umsetzen, nicht um sie zu verkaufen, sondern um sich selbst und auch anderen zu beweisen, dass man quasi alles selbst machen kann.

Unter anderem hat Guido Burger einen Feinstaubsensor gebaut, der gerade in Stuttgart wichtig ist. Volker Rose hat mit dem Projekt „Licht für Afrika“ “Roboter vorgestellt, die so programmiert sind, dass sie einer Schattenlinie folgen.

Frank Andre aus Ludwigshafen hat den Hacklace 2 vorgestellt, einen Kleinstcomputer, auf den er individuelle Leuchtanzeigen und Pixelgrafiken programmiert hat. Diese elektronischen Schmuckstücke sind besonders gut geeignet als Einstiegsprojekt für Anfänger, die sich gerne mit Licht, Elektronik und Mikrocontrollerprogrammierung beschäftigen möchten.

Um bei der Realisierung der eigenen Projekte Gesellschaft zu haben und auch um Zugriff zu den nötigen Werkzeugen zu haben, bietet Martin Langrederer in Stuttgart die offene Werkstatt „HOBBYHIMMEL“ an, in der man basteln und bauen kann. Die Idee zu der Werkstatt ist entstanden, als Herr Langrederer für ein Geschenk eine Kreissäge brauchte und diese nicht für zwei Stunden, sondern nur für den ganzen Tag für einen zu hohen Betrag ausleihen konnte. Palettenbetten werden momentan am häufigsten gebaut.

Die Mini Maker Faire bei Wittwer bot ein buntes Programm an unterschiedlichsten Maker-Projekten. Doreen Klotz, die Online-Marketing-Verantwortliche fasste die Veranstaltung optimal zusammen: „Die Mini Maker Faire am 1. April war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und eine Veranstaltung auf der sich aufbauen lässt. Die Reaktionen der Kunden waren durchweg positiv. Unsere Fachbuchabteilung war ein gelungener Rahmen für die Aussteller aus der Stuttgarter Makerszene und zahlreiche Maker, die als Besucher kamen, haben Lust bekommen, selbst zukünftig auszustellen.“