Tag des Zahnarztes

Keiner geht gern hin, aber alle brauchen ihn: den Zahnarzt. Heute ist Ehrentag des Zahnarztes in Deutschland. Für viele Zahnärzte und -techniker ist der Traum vom 3D-Drucker in der eigenen Praxis in den letzten Jahren näher gerückt. Für uns heißt das zwar, dass immer noch gebohrt wird – aber wenn die Füllung aus dem Drucker sitzt, muss weniger nachgebohrt werden.

Aber schon jetzt werden viele Kieferoperationen durch 3D-Druck unterstützt. Gerade Patienten mit Kiefertumoren oder -brüchen können hier profitieren. Denn wenn ein Stück des Kieferknochens fehlt, wird es meist durch einen Teil des eigenen Wadenbeins oder Schulterblatts ersetzt. Dazu sind eine 8- bis 10-stündige OP und zwei Chirurgen-Teams notwendig.

In der Berliner Charité werden zur Entnahme von Knochen aus der Schulter oder der Wade Schablonen aus dem 3D-Drucker eingesetzt, um so wenig Material wie möglich aus den gesunden Waden- oder Schulterknochen zu entnehmen. Auch die Operationszeit verkürzt sich so erheblich.

Einen Schritt weiter geht das Morriston Hospital in Swansea. Dort werden seit letztem Jahr sogar Titanplatten mit einer Nachbildung des Original-Kiefers bedruckt. Dadurch wird das Knochenimplantat viel schneller und genauer an der richtigen Stelle eingesetzt, so dass die natürliche Gesichtsform erhalten bleibt und es bei späteren Zahnbehandlungen keine Probleme gibt.

Dem Rambam Hospital im israelischen Haifa gelang sogar der Einsatz eines vollständigen Unterkieferknochens aus dem 3D-Drucker. Als ein syrischer Soldat mit vollständig zertrümmerten Unterkiefer behandelt werden musste, hätten ihm nach herkömmlicher Methode mehrere Implantate angepasst und eingesetzt werden müssen. Dank des Unterkiefers aus dem 3D-Drucker konnte er schon einen Tag nach der Operation wieder normal essen und trinken.