Anfänglich als Spielzeug für große Jungs belächelt, hat sich der Quadrocopter mittlerweile zu einem Fluggerät gemausert, das Einzug in viele Bereiche gehalten hat. Das reicht von der interessanten, neuen Foto- und Videoperspektive über den Quadrocopter als Schädlingsüberwachungsgerät im Obstanbau bis hin zum Indoor-Fluggerät für die automatisierte Lagerinventur.

Und alles begann als Maker-Projekt: Zwar wurden die theoretischen Grundlagen für das Fliegen solcher Körper, nämlich der Anordnung von vier Rotoren auf einer Ebenen, bereits in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts erarbeitet, aber erst Mitte des letzten Jahrzehnts taten sich Bastler zusammen und entwickelten diese Art von Flugkörper immer weiter. Werden mehr als vier Motoren eingebaut, spricht man auch von Multicoptern. Die Entwicklung der Quadrocopter ist dabei untrennbar mit der Entwicklung kleiner, leistungsfähiger Elektromotoren und der rasanten Entwicklung von Elektronikelementen zu erschwinglichen Preisen verbunden. Die voranschreitende Technik, die in solchen Geräten verbaut wird, sowie die hervorragenden, stabilen Flugeigenschaft eines Quadrocopters, der damit auch leicht zu lenken ist, sind die Gründe für die rasche Verbreitung, die mittlerweile zu beobachten ist.

Mittlerweile gibt es weit über 60 Quadrocopter-Modelle, die am Markt erhältlich sind. Immer mehr zusätzliche Module sind dazugekommen: Vom GPS-Modul, das ein sicheres Navigieren gewährleistet, über hochauflösende und fernsteuerbare Kameras bis hin zu Messsensoren zur Messung von Luftverschmutzung. Die Preise reichen dabei von kleinen Indoor-Quadrocoptern für unter 50 Euro bis hin zu Hochleistungsfluggeräten für bis zu 4000 Euro. Aber der eingefleischte Maker holt sich natürlich einen Quadrocopter zum Selberzusammenbauen.

Bei den Quadrocoptern kann man ein ähnliches Verhalten studieren wie bei 3D-Druckern: Einerseits führen große Versandhäuser (Conrad Electronic, Reichelt Electronic u.a.) viele Modelle in allen Preisklassen, aber auf dem Buchmarkt herrscht noch eine dezente Zurückhaltung.

Volker Bombien

veröffentlicht im buchreport.magazin 1/2016