3D-Drucker gibt es bereits seit vielen Jahren. Sie werden gern in der Industrie und in der Forschung zum Prototyping benutzt, also zum Erstellen neuer Einzelwerkstücke. Diese Drucker sind in der Lage, einen beliebigen Körper durch das schichtweise Auftragen eines Materials (Kunststoff, Kunstharz, Keramikpuder u.ä.) herzustellen, wobei computergesteuert Maße und Formen exakt vorgegeben werden. Die 3D-Drucker, die in der Maker-Welt eine Rolle spielen, unterscheiden sich von den industriellen 3D-Druckern dadurch, dass sie unvergleichlich preiswerter sind. Kostet ein industrieller 3D-Drucker schnell 20 000 Euro und mehr, so bekommt man einen 3D-Drucker der Generation Maker bereits ab 600 Euro, im Selbstbau sogar noch preiswerter.

Damit konnte die 3D-Technik in ungeahnte Einsatzbereiche des Alltags vordringen. Kluge Menschen ziehen dabei eine Parallele zu der Entwicklung vom Großrechner zum PC: Erst als der Rechner Einzug in die heimische Umgebung hielt, entstanden die Nutzungsideen, die heute selbstverständlich erscheinen: Der PC als Textverarbeitungsgerät, als Spielekonsole oder als Bildtelefon. Der erste 3D-Drucker der Maker-Bewegung war der RepRap, ein 3D-Drucker, der die charmante Idee realisierte, überwiegend aus sich selbst herzustellenden Kunststoffteilen zu bestehen. Dem 2008 vorgestellten RepRap-Drucker folgten in den Folgejahren zahlreiche weitere Techniken und Modelle, sodass heute unzählige Consumer-3D-Drucker zwischen 400 und 2000 Euro erhältlich sind. Es gibt schätzungsweise über 60 Firmen in Deutschland, die 3D-Drucker zu Preisen von unter 3000 Euro anbieten. Beliebt sind besonders Geräte von den Firmen Ultimaker, Xyzprinting, Stratasys und dem bereits erwähnten RepRap. In techniknahen Versandhäusern (Conrad Electronic, Reichelt Electronic u.a.) gehört der 3D-Drucker inzwischen zum festen Sortiment, es werden mehrere Modelle in allen Preisklassen angeboten. Mittlerweile gibt es auch einige Bücher über den 3D-Druck (z.B. bei Hanser, Rheinwerk), aber noch sind Verlage bei diesem Thema zurückhaltend, da sich noch kein Modell am Markt als das Modell behaupten konnte. 3D-Drucker werden von Computerprogrammen gesteuert, die ein 3D-Modell des zu druckenden Objektes beschreiben. Diese 3D-Modelle werden in der Maker-Bewegung gern unter eine freie Lizenz gestellt und anderen Makern kostenlos zur Verfügung gestellt. So entsteht Schritt für Schritt eine rechtefreie Bibliothek an 3D-Objekten, die jedermann von überall auf Welt herunterladen und ausdrucken kann.

Einsatzgebiete für die 3D-Drucker der Maker-Bewegung finden sich im Modellbau und in der Hobbywelt, aber auch in der kreativen Küche und in der Schmuckherstellung. Viele Schulen ergänzen ihren Kunstunterricht um diese neue Produktionstechnik.

Volker Bombien

veröffentlicht im buchreport.magazin 1/2016